Die Pharaonin von Philipp Vandenberg

2. September 2012

Die Pharaonin von Philipp Vandenberg


Hey meine Lieben
schön das ihr vorbei schaut



Die Pharaonin von Philipp Vandenberg
Die Pharaonin von Philipp Vandenberg
Titel: Die Pharaonin
Autor: Philipp Vandenberg
Preis: € 16,99 [D]
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 349
Verlag: Weltbild
Ausgabe: Sammler Edition
Erscheinung: 1985
ISBN: 4026411103815


Die Pharaonin von Philipp Vandenberg


Die junge Hatschepsut wird mit 14 Jahren gezwungen, ihren 12-jährigen Halbbruder zu heiraten, der zwar von einer Haremsdame abstammt, jedoch der älteste männliche Thronerbe ist. Entschlossen, die Regentschaft in der Familie zu halten, reißt Hatschepsut nach dem Tod ihres verhassten Halbbruders die Herrschaft an sich und wird der erste weibliche Pharao. Sie macht sich jedoch dadurch erbitterte Feinde bei den Priestern des Sonnengottes. Aus dem Kampf um Macht und Einfluss flieht sie immer wieder in die Liebe zu ihrem verehrten Baumeister Senenmut, der die zahlreichen Bauwerke entwarf, die heute noch aus dieser bewegten Zeit an den Ufern des Nils berichten.

Die junge Hatschepsut wird mit 14 Jahren gezwungen, ihren 12-jährigen Halbbruder zu heiraten, der zwar von einer Haremsdame abstammt, jedoch der älteste männliche Thronerbe ist. Entschlossen, die Regentschaft in der Familie zu halten, reißt Hatschepsut nach dem Tod ihres verhassten Halbbruders die Herrschaft



Die Pharaonin von Philipp Vandenberg

Hatschepsut ist „Die Pharaonin“, deren Leben Philip Vandenberg in seinem historischen Roman lebendig werden läßt. Er schildert ihr Leben von ihrer Kindheit an bis zu ihrem unaufgeklärten Ende. Die durch archäologische Funde erwiesenen Fakten nimmt Vandenberg als Grundgerüst für seinen Roman, den er gekonnt ausschmückt und zu einer wunderbaren Geschichten verschmelzen läßt.Man lernt Hatschepsut bereits als willenstarkes und dennoch sehr sinnliches Mädchen kennen und verfolgt ihr Leben als Ehefrau an der Seite ihres verhassten Stiefbruders. Bereits hier lernt man die Gepflogenheiten zwischen Mann und Frau im Alten Ägypten kennen, denn Monogamie wurde hier nicht gepflegt. Allein schon, dass jeder Pharao mehrere Nebenfrauen haben durfte und auch hatte, die ihm Kinder gebaren, und man so etliche Stiefgeschwister zuzuordnen hat, so kommt man dann irgendwann doch ins Grübeln bei weiteren Verwandtschaftsverzweigungen, sollte doch das königliche Blut ungemischt sein, weshalb eben auch Hatschepsut ihren Stiefbruder heiraten mußte. Hinzu kommen die vielen verschiedenen Namen, die die alten Ägypter trugen. Es gab neben dem Geburtsnamen auch einen Thronnamen, einen Horusnamen, den Nebtinamen und auch noch den Goldnamen. Verschiedene, sehr bezeichnende Nebennamen, wie man es auch von den Indianerstämmen her kennt, könnten zusätzlich verwirren, liest man dieses Buch ohne jegliche Vorkenntnisse.

Der Roman verläuft chronologisch, so hat man wenigstens keinerlei Schwierigkeiten, den zeitlichen Ablauf mitzuverfolgen. Jedoch gibt es etliche Parallelhandlungen. Einerseits wird das Leben der Hatschepsut geschildert, andererseits bekommt man aber auch einen Einblick in das Leben ihrer Gönner, aber eben auch Neider. Der ägyptische Thron war stets heiß begehrt und Priester hatten in Ägypten ein hohes Ansehen und somit auch Macht. Sie sahen es seinerzeit gar nicht gern, dass eine Frau sich ihn aneignete. Ihre Intrigen kann man in Vandenbergs Roman nachlesen.Doch nicht nur ihre Feinde waren hart, Hatschepsut selbst konnte es auch sein. So ließ sie zum Beispiel die Mutter ihres Stiefsohnes, also den Sohn von ihrem Mann und Stiefbruder Tutmoses II. und seiner Dienerin, wortwörtlich in die Wüste schicken. Das verzieh ihr Tutmoses III. nie, weshalb er auch Hatschepsuts Inschriften und Ebenbilder zu seiner Amtszeit ausmerzen ließ.

Von ihrer menschlichen und weiblichen Seite lernt man die willenstarke Pharaonin aber auch kennen, denn ihre Liebe zu Senenmut, dem großen Baumeister, der auch den Hatschepsut-Tempel schuf, berichtet Vandenberg etliche Male sehr ausdrucksstark und bildhaft, so dass der Roman auch sehr erotische Szenen bietet. Eine Liebelei zwischen Senenmut und der Pharaonin ist jedoch bis heute nicht eindeutig bewiesen. Hier hat Vandenberg seiner Fantasie freien Lauf gelassen, sehr zur Freude des Lesers.Neben all den gekonnt eingefügten Randgeschichten vermittelt Vandenberg aber auch unheimlich viel Wissen über das Alte Ägypten. Man erfährt sehr viel über das Brauchtum und die Sitten der Ägypter, über ihren Glauben und ihre Lebensweise. Interessant ist hierbei auch das Wirken Senenmuts, der nicht nur den Tempel für seine Pharaonin schuf, sondern auch weitere, bis heute unvergessliche Bauwerke. Unter anderem wird erzählt, wie er die Obelisken in Karnak schuf.

Vom Inhalt und auch vom Schreibstil her ist das Buch recht anspruchsvoll. Wie bereits erwähnt sollte man sich vor Lesen dieses Buches mit dem realen Leben der Hatschepsut und ihrer nahen Verwandten beschäftigen, damit man sich beim Lesen des Romans auch wirklich in die Geschichte vertiefen kann und die verwandtschaftlichen Verhältnisse besser versteht. Die erzählenden Passagen sind dann recht flüssig zu lesen. Gewöhnungsbedürftig ist die wörtliche Rede, erinnert auch diese stark an die Indianersprache. Teilweise wirkt sie etwas geschwollen und ausschweifend, aber sie verdeutlicht so am besten, wie die alten Ägypter lebten und glaubten.Für mich war dieses Buch nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch sehr interessant. Mein Ägyptenurlaub ist nur wenige Monate her. Die hier beschriebenen Bauwerke habe ich mit eigenen Augen gesehen. Zu lesen, mit wieviel Aufwand sie geschaffen wurden, ist wirklich beeindruckend.

Über Hatschepsuts Leben und Wirken aus rein geschichtlicher Sicht hatte ich mich bereits vor dem Urlaub belesen. Ihr Leben nun einmal als Roman gebündelt nachzuvollziehen, fand ich unheimlich spannend. Irgendwie ist es ja schon recht abstrakt, etwas über eine Person zu erfahren, die vor ca. 3500 Jahren gelebt hat. Durch diesen Roman ist mir Hatschepsut näher gekommen. Sie hat menschliche Züge angenommen, ein Gesicht und einen Charakter. Und auch wenn ich nicht mit all ihren Entscheidungen übereinstimmen kann, so ist sie mir doch unheimlich sympathisch geworden.

Ich kann „Die Pharaonin“ von Vandenberg (nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen und inhaltlich gleich gelagerten Romanen von Karen Essex und Hanns Kneifel) jedem empfehlen, der schon einmal selbst in Ägypten war und sich den Hatschepsut-Tempel angesehen hat, aber auch all jenen, die sich für ägyptische Geschichte interessieren… an sich und wird der erste weibliche Pharao.



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